Sunshine boulevard

Nach zwei Wochen Pause hat mein Feldenkraiskurs wieder angefangen. Letzte Woche bin ich gleich zweimal hingegangen, um eine verpasste Stunde nachzuholen.

Feldenkrais habe ich in Italien durch meinen Bruder kennen gelernt, der eine Ausbildung bei Ruthy Alon gemacht hat.

Durch Feldenkrais habe ich – in der Reihenfolge – eine Sehnenentzündung, Nacken- und Schulterprobleme, Rückenschmerzen, einen Hexenschuss und ein paar andere Kleinigkeiten erfolgreich behandelt. Durch Feldenkrais habe ich meine Gemütsschwankungen ausgeglichen. Durch Feldenkrais habe ich gelernt, Dinge anders zu sehen und anders anzugehen. Mal von der anderen Seite. Bewusstheit durch Bewegung.

Aber bevor ich dazu noch mehr sage, möchte ich die Ute vorstellen. Ute, Ute Birk, ist meine Feldenkraislehrerin hier in Berlin. Als ich 1998 nach Berlin kam und nach  Feldenkrais suchte, bin dabei glücklicherweise auf sie gestoßen. Und ich habe sie nicht verlassen.

Bei Ute ist Feldenkrais etwas Besonderes.

Sie empfingt dich mit einem warmen Lächeln, sie stellt Tee und Kekse hin, sie bereitet die Matten und die Decken vor, sie wartet auf die letzte, die noch reinkommt, sie erkundigt sich danach, wie uns die letzte Stunde bekommen ist, und dann geht es los.

Wir liegen da, führen Bewegungen aus, die ein nicht trainiertes Auge vielleicht nicht erkennen würde, machen eine kleine Pause, dösen ab und zu vor uns hin (ich insbesondere, aber das Schöne am Feldenkrais, ist, man darf es!), wir entspannen, und Ute führt uns mit ihrer wunderbaren, strengen Sanftheit, auf eine Entdeckungsreise durch unseren Körper und unerwartete Bewegungsmöglichkeiten.

Sicherlich braucht Feldenkrais ein wenig Einfühlung, um bestimmte Anweisungen zu verstehen: „Legt Euch auf den Bauch, streckt den rechten Arm, legt die Hand auf den Boden und dann hebt sie langsam, so, als ob ihr sie aus einem Topf Honig heben würdet… „

Aber Ute kann es gut. Sie weißt, wenn sie uns fordern und wenn sie uns eine Pause gönnen soll. Sie achtet auf jede von uns. Sie lobt uns, weil wir „gut“ sind, obwohl es beim Feldenkrais gar nicht darum geht, gut zu sein. Sie geht auf unseres Gejammer ein, wenn wir uns „beschweren“, weil eine Bewegung uns zu herausfordernd erscheint (habt Ihr schon probiert, mit der linken Schulter Kreise zu drehen – Kreise, keine Ostereier – und dabei mit der linken Hüfte in die Gegenrichtung zu kreisen? Das stand nämlich letzte Woche auf dem Plan). Sie hört zu, wenn wir eine Geschichte erzählen, sie lacht mit, wenn jemand einen Witz macht.

Um Ute und ihre Feldenkraiskurse hat sich eine Gruppe von Menschen gebildet, die ich sehr mag. Viele von ihnen kenne ich inzwischen lange, andere sind neu dazu gekommen. Viele Frauen, aber auch Männer. Jüngere und weniger jung. Wir plaudern, wir lachen, wir schweigen zusammen, mit einer Komplizität, die vielleicht am Feldenkrais liegt, vielleicht aber auch an Ute. Und wenn wir uns zufällig außerhalb des Feldenkrais begegnen, bei einem Konzert, auf dem Markt, auf einer Lesung, dann ist es so, als ob wir einen Geheimnis teilen würden. Und, wer weiß? Vielleicht ist es wirklich so!

Ute Birk

Annunci
Questa voce è stata pubblicata in Feldenkrais, incontri e contrassegnata con , , , , . Contrassegna il permalink.

Una risposta a Sunshine boulevard

  1. Ute Birk ha detto:

    Liebe Giovi, das ist das Netteste, was ich je von einem Feldenkrais Fan über meine Kurse geschrieben bekam. Vielen Dank! Ein wunderschöner Text!!!! Deine Ute

Rispondi

Inserisci i tuoi dati qui sotto o clicca su un'icona per effettuare l'accesso:

Logo WordPress.com

Stai commentando usando il tuo account WordPress.com. Chiudi sessione / Modifica )

Foto Twitter

Stai commentando usando il tuo account Twitter. Chiudi sessione / Modifica )

Foto di Facebook

Stai commentando usando il tuo account Facebook. Chiudi sessione / Modifica )

Google+ photo

Stai commentando usando il tuo account Google+. Chiudi sessione / Modifica )

Connessione a %s...